Senkung der Beitragsbemessungsgrenze im Jahr 2022

Betriebliche Altersvorsorge

Durch die Verordnung über die Rechengrößen der Sozialversicherung sinkt die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung West (BBG) von 85.200 EUR jährlich (7.100 EUR monatlich) im Jahr 2021 auf 84.600 EUR jährlich (7.050 EUR monatlich) im Jahr 2022.

Die Senkung der BBG trägt der (coronabedingten) leicht negativen Entwicklung der Löhne im Jahr 2020 Rechnung und ist einmalig in der „Geschichte“ der BBG DRV (West) – bisher ist diese stets gestiegen.. 

 

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Die Absenkung der BBG hat geringfügige Auswirkungen auf die betriebliche Altersversorgung (bAV), da folgende Fördergrenzen an die BBG gekoppelt sind:

  • Die steuerliche Höchstförderung i. H. v. jährlich 8 % der BBG in den versicherungsförmigen Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds (§ 3 Nr. 63 EStG) sinkt um 48 EUR im Jahr bzw. 4 EUR im Monat. 

    Fördergrenze in 2021      6.816 EUR jährlich       568 EUR monatlich
    Fördergrenze in 2022       6.768 EUR jährlich         564 EUR monatlich
  • Die Sozialversicherungsfreiheit i. H. v. jährlich 4 % der BBG sinkt um 24 EUR im Jahr bzw. 2 EUR im Monat. Diese Höchstgrenze gilt für die versicherungsförmigen Durchführungswege Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds (§ 1 Abs. 1 Nr. 9 SvEV) und zusätzlich für Entgeltumwandlungen zugunsten der Durchführungswege Pensionszusage und/oder Unterstützungskasse (§ 14 Abs. 1 S. 2 SGB IV).

    Fördergrenze in 2021      3.408 EUR jährlich       284 EUR monatlich
    Fördergrenze in 2022      3.384 EUR jährlich       282 EUR monatlich 

Konkret bedeutet dies, dass bei Überschreiten der Fördergrenzen kleine Beitragsteile nicht mehr gefördert werden, d.h.:

  • der Beitragsteil, der den steuerlichen Förderbetrag übersteigt, ist nicht mehr steuerfrei, sondern individuell zu versteuern. Dafür ist die Rente aus diesem Beitragsteil nicht mehr voll, sondern nur noch mit dem Ertragsanteil zu versteuern.
  • der Beitragsteil, der den sozialversicherungsfreien Förderbetrag übersteigt, ist sozialversicherungspflichtig. Die Rente aus diesem Beitragsteil ist in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sozialversicherungspflichtig. Dies gilt für die Pflicht- oder freiwillig Versicherten in einer gesetzlichen Krankenversicherung. Gut zu wissen: Die zusätzliche sozialversicherungsrechtliche Belastung ist minimal, da sie sich nur auf geringe Beitragsteile (24 EUR im Jahr bzw. 2 EUR im Monat) beziehen.  Privatversicherte sind beitragsfrei.

 

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  • Hat die Senkung der BBG Auswirkungen auf die Höhe der Entgeltumwandlung oder des Arbeitgeberbeitrags in die bAV?

    Der durchschnittliche Beitrag des Arbeitnehmers (Entgeltumwandlung) oder des Arbeitgebers in die bAV erreicht die Fördergrenzen regelmäßig nicht. Daher haben Veränderungen an der BBG in der Breite keine Auswirkungen

    Orientiert sich die Höhe der Entgeltumwandlung oder des Arbeitgeberbeitrags in die bAV an den Fördergrenzen der BBG so gilt: Die Begrenzung des Beitrags darauf ist nicht verpflichtend. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können die Höhe des Beitrags frei vereinbaren. Daher darf und kann der Beitrag die Fördergrenzen auch überschreiten. 

  • Hat die Senkung der BBG und damit der Fördergrenzen Auswirkungen auf die Versorgung?

    Unabhängig von der arbeitsrechtlichen Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer hat die Senkung der Fördergrenzen keine Auswirkungen auf den vereinbarten Beitrag in die Versorgung. Dieser bleibt daher in der Höhe unverändert. 

    Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen festen oder einen dynamischen, an die Fördergrenzen der BBG gekoppelten, Beitrag handelt. Denn gleichbleibende oder steigende Beiträge gewährleisten eine kalkulierbare Absicherung des Arbeitnehmers und seiner Hinterbliebenen. 

  • Für Arbeitgeber: Wie unterstützen wir, wenn der Beitrag dennoch gesenkt werden soll?

    Sollten Arbeitgeber Bedarf haben, die Beiträge anzupassen, dann unterstützen wir gerne. Betroffen wären Versorgungen, deren Beitrag im Jahr 2021 höher ist als der maximale Förderbetrag im Jahr 2022. Zur Erinnerung: 

    • Für die Sozialversicherungsfreiheit in den versicherungsförmigen Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds und additiv bei der Pensionszusage und Unterstützungskasse durch Entgeltumwandlung liegt dieser Förderbetrag im Jahr 2022 bei 3.384 EUR jährlich / 282 EUR monatlich. 
    • Für die Steuerfreiheit in den versicherungsförmigen Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds liegt er bei 6.768 EUR jährlich / 564 EUR monatlich.

    Zur Umsetzung einer gewünschten Beitragsherabsetzung stellen wir für Arbeitgeber zur Verfügung:

  • Zusätzliche Informationen

    Arbeitnehmer können eine Entgeltumwandlung in Höhe von maximal 4% der BBG beanspruchen, § 1 a Abs. 1 BetrAVG. Arbeitgeber und Arbeitnehmer steht es jedoch frei, eine höhere Entgeltumwandlung zu vereinbaren. 

    Sofern die Entgeltumwandlung auf einem Tarifvertrag beruht, ist für die Zulässigkeit dieser die Einhaltung der im Tarifvertrag ggf. genannten Höchstgrenzen entscheidend. Weitere Informationen dazu finden Sie hier

  • Was bedeutet die Senkung der BBG (West) für die Zeitwertkonten?

    Zur Sicherung von Zeitwertkonten: Im Zeitkontenumfeld besteht im Hinblick auf den Allianzbeitrag (= Insolvenzsicherungsbetrag) kein Handlungsbedarf, denn die Sicherung erfolgt nach Ansicht der Sozialversicherungsträger ohne Berücksichtigung der zum Dotierungszeitpunkt gültigen BBG. 

    Zur Auszahlung bei Freistellung

    • In der Regel hat die Absenkung der BBG auch darauf keine Auswirkung. Der ohne Berücksichtigung der BBG mit in das Wertguthaben einzustellende Arbeitgeberanteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag kann von dem in der Freistellungsphase tatsächlich benötigten Arbeitgeberanteil abweichen. Diese Abweichungen verlängern oder verkürzen in der Regel die Freistellungsphase der Mitarbeiter, so dass sich auch im Freistellungsfall durch die Absenkung der BBG keinerlei Besonderheiten ergeben. 
    • Eine Ausnahme gilt dann, wenn sich die Freistellungsdauer der Mitarbeiter unabhängig vom Arbeitgeberanteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag bestimmt. Dies ist z.B. bei der in Zeit geführten Altersteilzeit oder bei Modellen mit einem sogenannten „dynamischen Wertguthabenbegriff“ der Fall. Hier dürfen Arbeitgeber eine etwaig bestehende Überdeckung aus dem Wertguthaben entnehmen und müssen umgekehrt eine etwaige Unterdeckung ausgleichen. Die Allianz Zeitwertkonten lassen sowohl eine Nachsicherung bei Unterdeckung, als auch eine Entnahme bei Überdeckung zu.